Legasthenie


Training hilft immer!

Legasthenie Legasthenie
Legasthenie ist intelligenzunabhängig!

Die Schreib- und Leseprobleme werden durch die differenten Sinneswahrnehmungen (in den Bereichen Visualität, Akustik und Raumwahrnehmung) hervorgerufen. Einfach gesagt, empfinden, sehen und hören legasthene Menschen ein bisschen anders als andere. Sie haben eine andere Informationsverarbeitung und finden daher mit den in der Schule üblichen angebotenen Methoden, das Schreiben und Lesen zu erlernen, nicht das Auslangen. Sie benötigen eine auf ihre besondere Lernfähigkeit abgestimmte Methodik.

Sehr häufig werden die Begriffe Legasthenie- und Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) für dasselbe gehalten.
Es ist aber vor allem in der Förderung eine Unterscheidung zu treffen.

Die genetisch bedingte Problematik nennt man Legasthenie und erfordert ein Training auf drei Ebenen:

- Aufmerksamkeit
- Sinneswahrnehmungen
- Symptome


Die erworbene Problematik, ausgelöst durch Krankheit, Lehrerwechsel, Todesfall, Scheidung etc., nennt man Lese-Rechtschreibschwäche.
Diese ist vorübergehend und kann meist durch vermehrtes Üben des Schreibens und Lesens behoben werden. Jedoch kann abhängig von der Verursachung eine fachlich gezielte Hilfe durch Gesundheitsberufe notwendig sein.

Folgende AUFFÄLLIGKEITEN IM VOLKSSCHULALTER können auf eine Legasthenie hinweisen:

  • große Schwierigkeiten beim Lernen des Lesens und Schreibens
  • häufiges Vertauschen von ähnlich aussehenden Buchstaben (b/d, a/o, n/r, …)
  • Probleme beim Unterscheiden von links und rechts
  • Schwierigkeiten beim Behalten des Alphabets
  • Schwierigkeiten im Erinnern von Reihenfolgen, wie z.B. der Tage der Woche, der Monate des Jahres und der Jahreszeiten
  • fortlaufende Schwierigkeiten beim Binden von Schuhbändern, Ballfangen, Seilspringen etc.
  • großer Zeitaufwand bei Schreibarbeiten bzw. Hausübungen
  • Probleme beim genauen Abschreiben von der Tafel oder aus dem Schulbuch

MÖGLICHE ANZEICHEN einer Legasthenie bereits im VORSCHULALTER können sein:

  • Probleme mit Legasthenie in der Familiengeschichte
  • das Kind handelt, bevor es eine Anweisung verstanden hat
  • verzögerte Sprachentwicklung
  • Probleme bei der Farberkennung und –zuordnung
  • Bezeichnungen für alltägliche Gegenstände werden falsch gewählt
  • Texte von Kinderliedern oder einfachen Gedichten werden nicht behalten
  • beim Essen wird das Besteck nicht oder nur sehr ungeschickt verwendet
  • das Kind kann auch im Vorschulalter noch nicht mit einer Schere umgehen
  • Masche binden oder zuknöpfen gelingt nicht
  • das Kind hat Probleme beim Stiegen steigen
  • das Kind macht allgemein einen tollpatschigen Eindruck
  • das Kind hat die Krabbelphase übersprungen bzw. hat sich nur robbend fortbewegt
  • Schwierigkeiten das Gleichgewicht zu halten (z. B. beim Rad fahren)
  • das Kind hat eine große Fantasie und hohe Merkfähigkeit, kann aber kurze vorgelesene Geschichten nicht nacherzählen bzw. Fragen dazu beantworten
  • das Kind kann sich Richtungen (links, rechts, oben, unten, vorne, hinten) nicht merken und bringt sie durcheinander